#32 GastFAMILIE oder Arbeitgeber

12Feb2018

Hey du!

Wie in meinem letzten Beitrag angekuendigt, schreibe ich nun ein bisschen von der Beziehung zu meiner Gastfamilie. Es tut mir leid, dass ich jetzt erst schreibe, aber ich bin auf Reisen und ueber mein Handy ging es irgendwie nicht. Ich sitze gerade in Brisbane in der Libray :) deswegen auch keine Umlaute und manchmal das Y anstelle des Z :D Aber jetzt zurueck zum Thema Gastfamilie:

Die kompletten 3 Monate waren sie nett zu mir und wir hatten kein Streit oder eine Diskussion. Und trotzdem war es eher wie ein Arbeitgeber- Arbeitnehmerverhältnis. Das "Problem" lag in der fehlenden Kommunikation. Es ist dadurch nicht mal zu Missverständnissen gekommen, sondern wir haben harmonisch aneinander vorbei gelebt. Und das ist auch schon der Punkt. Es gab kein gemeinsames Leben, sondern viel mehr Arbeitszeit und Freizeit aber keine Familienzeit.

Die ersten, ich würde sagen 4 Wochen habe ich jeden Abend nach dem Dinner und wenn ich die Küche sauber gemacht hatte, im Wohnzimmer gesessen und auf die Gasteltern gewartet. Sie haben die Kinder in der Zeit zu Bett gebracht. Als die Kinder dann schliefen sind die Gasteltern nach unten gekommen und haben sich entweder dazu gesetzt und im TV rum gezappt, der Vater war im Büro oder die Mutter ist direkt oben geblieben. Ich habe dann immer wieder probiert ein Gespräch anzufangen aber schnell gemerkt, dass da von der Seite der Eltern nichts zurück kommt. Nach den ersten 2 Wochen habe ich die Gastmutter auf meine Arbeit angesprochen und nach Kritik oder Verbesserungsvorschlägen gefragt aber sie meinte, dass alles gut sei. Ich wollte, dass sie weiß, dass ich offen für ihre Meinung bin. Und so ging es weiter. Vor Arbeitsbeginn ein freundliches guten Morgen und nach dem die Mutter zurück von der Arbeit gekommen ist, ein minimaler Austausch über den Tag mit den Kindern. Wenn ich was in der Freizeit vor hatte, habe ich immer gesagt was ich mache oder wo ich hingehe und von den Gasteltern kam ein viel Spaß aber auch keine Rückfrage. Allerdings hatte ich nicht das Gefühl, dass es an mir lag, sondern viel mehr das die Familie so lebt. Auch unter den Familienmitgliedern gab es wenig Austausch oder Unternehmungen. Wenn mal was Anstand, war ich immer willkommen mitzugehen. Ich hätte bestimmt auch noch mehr probieren können in Kontakt zu treten aber da es beide Seiten nicht gestört hat, blieb es so.

Mein Fazit ist, dass ich mich definitiv nicht als Familienmitglied gefühlt habe aber das auch vollkommen in Ordnung für mich war. Da ich zu Hause auch schon alleine gewohnt habe, habe ich mich jetzt nicht alleine oder ausgestoßen gefühlt. Außerdem bin ich von Anfang an mit dem Gedanken an die Sache ran gegangen, dass ich es auf mich zukommen lasse und schaue wie die Familie und ich zusammen passen. Wenn jemand allerdings mit einer anderen Erwartung an die Sache ran geht, könnte es schwierig werden.

Über einen Gastfamilienwechsel habe ich nicht nachgedacht, da Wohnort, Alltag inklusive Hobby und Freunden und Arbeitszeit zu überzeugend waren und es ja kein Problem oder Ärger gab.

Ich hatte tolle 3 Monate in Newcastle und das sind ein Paar der Highlights:

  • Leben am Strand
  • Wanderwege mit tollen Aussichten
  • Deutsches Restaurant
  • An Neujahr im Pool schwimmen
  • Auf der linken Seite Auto fahren
  • Touch Football gespielt
  • Tolle Menschen kennen gelernt
  • Beiden Gastkindern ein bisschen Ordnungssinn beigebracht
  • Meinem jüngeren Gastkind beigebracht die Schere zu benutzen, sich selbst anzuziehen und es geschafft, dass sie nicht mehr ganz so lauffaul ist

Mit diesem Beitrag möchte ich den zukünftigen Au pairs keine Angst machen, sondern viel mehr meine Erfahrung teilen. Ich habe viele Au pairs kennen gelernt wo es anders war. Es ist einfach wichtig keine zu hohen Erwartungen zu haben, miteinander zu sprechen, wenn etwas stört und falls man unglücklich ist einen Wechsel in Betracht zu ziehen.

Schließlich ist es unser Jahr! :)

P.S. Heute ist mein letzter Tag auf dieser Reise und am Abend fliege ich zurueck nach Newcastle :) ueber die Reise inkl. Fotos berichte ich dann in den naechsten Tagen von meinem Laptop!